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Die Bockwindmühle
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Wie man ja unschwer erkennen kann bin ich " Freiwilliger Müller " auf einer Bockwind- mühle, und somit möchte ich hiermit auch kurz auf die Geschichte dieser Bauart eingehen:

Die Bockwindmühle ist der älteste Mühlentyp in der Entwicklungsgeschichte der Windmühlen in Europa. 

Doch wie und wann, ist die Bockwindmühle ( auch Ständermühle, oder einfach Bockmühle ) nach Europa bzw. speziell nach Deutschland gekommen? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten!

Tatsache ist, daß die Ägypter schon vor 3000 Jahren Windmühlen zur Mehlherstellung betrieben haben. Es gibt Vermutungen, daß durch die Kreuzfahrer die Windmühlen nach Europa kamen, dagegen sprechen allerdings schriftliche Aussagen von 868n. Chr., daß in England eine Windmühle an die Abtei Croyland verschenkt wurde. Die älteste Erwähnung stammt von 1180 aus der Normandie. In Deutschland sind in Lübeck 1182 bereits Windmühlen erwähnt, und die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre1222 aus Köln. 

Aber wie kommt es zu der oft formulierten Bezeichnung " Deutsche " Bockwindmühle?

Ursache ist, daß in Deutschland die Bockmühle in sehr großen Stückzahlen vorhanden, ihre Konstruktion am meisten ausgreift und am meisten entwickelt war. Auf diese Art und Weise ging oft die Meinung um, daß die Bockmühle eine rein deutsche Erfindung ist. Der nächste Aspekt liegt darin, daß die Holländer durch die Erfindung der " Holländermühle " mit drehbarer Kappe durch Stert und später mit Windrose, in der Entwicklung der Windmühlen am weitesten voraus waren. Die Bezeichnung " alt ", " veraltet " und deutsch, waren/ sind für die Holländer ein und die selbige Bezeichnung, d.h. die " Deutsche " Bock- windmühle ist eine alte/ veraltete Konstruktion.

Wenn man die unterschiedlichen Regionen Deutschlands betrachtet, sind Holland nah gelegene Gebiete, wie z. B. Ostfriesland oder der Niederrhein, fast ausschließlich mit Windmühlen mit drehbarer Kappe zu sehen. Betrachtet man hingegen mittel- und ostdeutsche Gebiete, ist festzustellen, daß dort die Anzahl der verbliebenen Bockmühlen zunimmt bzw. überwiegt.

Ich finde es vor allem beachtlich und faszinierend, daß dieser älteste Windmühlentyp in seiner Grundkonstruktion über die Jahrhunderte fast kaum unverändert, bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gewerblich Schrot, Mehl u.a. produziert hat.

Aufbau einer Bockwindmühle


Ich werde dieses Thema  bewußt nur knapp anreißen, weil dieses Kapitel nicht der Schwerpunkt meiner Homepage sein soll! Ich setze auch vorraus, daß die Besucher meiner Seite fachlich etwas vorbelastet sind.

Wie der Name bereits schon sagt, steht der gesamte Mühlenkasten samt Flügeln, Kammrad und Verarbeitungsmaschinen auf dem Hausbaum der im Bock befestigt ist. Der Hausbaum ist ganz oben zapfenförmig zugearbeitet. Somit ist der Mühlenkasten komplett drehbar gelagert und kann mit dem Stert, einem nach hinten schräg zum Erdboden geneigten Eichenbalken, entsprechend gegen den Wind vorgedreht werden, was bei den ständigen Windwechseln in Europa unumgänglich ist.

Die Mühle selbst hat zwei Böden ( Etagen ), den Mehlboden und den Steinboden. Besteigt man die Mühle über den über dem Erdboden freischwingenden Treppenaufgang, so gelangt man zuerst auf den Mehlboden. Dort wird das Mahlgut als Schrot oder bereits als Mehl über die Mehlrohre in die Säcke abgefüllt. Dort sind auch die Sichtmaschinen( Sechskant- sichter ) aufgebaut.  

Der Steinboden nimmt den Lieger- und Läuferstein, sowie Bütte, Rüttelschuh, Trichter usw. auf. Das große Kammrad greift im Regelfall direkt in das Stock- oder Korbrad ein, was den Läufer entsprechend in Bewegung setzt.

Das Kammrad ist von einem Holzreifen in mehreren Teilen fast in seinem ganzen Umfang umgeben. Dieses ist die Bremse, die an einer Seite befestigt und an der anderen Seite beweglich ist. Die bewegliche Seite ist mit einem schweren Bremsbalken verbunden, der wenn er abgesenkt wird, die Mühle abbremst, weil sich nun die Bremse um das ganze Kammrad zieht und beim Anheben des Gleichen, das Kammrad entsprechend gelöst wird, und die Mühle nun wieder arbeiten kann. 

Beide technische Zeichnungen zeigen die Bockwindmühle in Dudensen, auf der ich als      " Freiwilliger Müller "  in meiner Freizeit aktiv, sowohl auch Mitglied im Mühlenverein, bin. 

>> Diese beiden allerbesten Zeichnungen stammen übrigens von Rüdiger Hagen, dem ich dafür vielen herzlichen Dank aussprechen möchte! <<


 
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